Die Untergegangenen Dörfer

2014, Höhe 4,25 m, Cortenstahl, Edelstahl
Klanginstallation
Standort:
Bäderstr. 134 (außendeichs)
26349 Jade

Verheerende Fluten zerstören
Leben, Häuser und Heimat
Erinnerungslandschaft
Untergegangene Träume

In vergangenen Zeiten wüteten an der Küste von Butjadingen häufig Sturmfluten mit verheerenden Auswirkungen gegen die kaum Schutz bestand.

Oft verloren die Bewohner nicht nur ihren Hof, sondern auch ihre Familie, ihr Vieh, ihre Existenz und bisweilen ihr ganzes Dorf.

Einige dieser untergegangenen Ortschaften existieren heute nur noch als Name auf alten Karten:
Ahm, Bant, Ovens, Eckwarderbrügge, Overahn, Havermonniken, Hiddels, Hoven, Arngast, Jadeleh, Bordum, Dauens, Hummens, Oldesum, Aldessen, Würdeleh, Oldewördens, Olde Ellens, Ellens, Seedyk, Oldebrügge, Eiswürden
Unter Wasser und Wattflächen liegen sie verborgen, die Geheimnisse dieser untergegangenen Dörfer im Jadebusen.

Viele kleine Ansiedlungen aber auch markante Kirchdörfer fielen den zerstörerischen Fluten der vergangenen Jahrhunderte zum Opfer. An ihren ehemaligen Landflächen nagten immer wieder verheerende Sturmfluten. Eingriffe in die Natur, wie z.B. der Salztorfabbau und Deichbau auf Moorgrund, begünstigten die Katastrophen. Die Zahl der Toten und das entstandene Leid waren unvorstellbar.

Eine Folge vieler schwerer Fluten schwächte die Widerstandskraft der Menschen, der Wurten und der deichgeschützten Landstriche. Erst die geschlossene Deichlinie entlang der gesamten Küste, der so genannte goldene Ring und eine notwendige Deichhöhe schützten die Küstenbewohner vor weiteren Überflutungen.

Von den untergegangenen Dörfern ist nichts mehr zu sehen. Nur der Leuchtturm Arngast deutet auf den ehemaligen Standort des gleichnamigen Dorfes hin. Heute bleiben Klimawandel und Meeresspiegelanstieg im ständigen Blick der für die Deichsicherheit zuständigen Deichverbände, um auch zukünftig die Existenz der Küstenbevölkerung zu sichern.