Der Friesenfriedhof

2007, sieben Silhouetten aus Cortenstahl, Länge 2,50 m,
Klanginstallation
Standort: Steinhaus Langwarden, Butjadingerstr. 128,
26969 Butjadingen

Sie kämpften
Sie starben
Sie verloren die Freiheit
Im Januar 1514
In der Burmeide.

Am Rande des historischen Wurtendorfes Langwarden befindet sich ein besonderer Hügel nahe dem Steinhaus, der so genannte alte Friesenkirchhof. Dieser alte Friedhof birgt die Gebeine aus der Schlacht von 1514, in der die Rüstringer Friesen ihre berühmte friesische Freiheit nach dem Motto ,,Lever doodt as Sklav!" erfolglos verteidigten:

Der Einfall der feindlichen Truppen war der Auftakt zur ,,Sächsischen Fehde", eine Kampagne der Welfenherzöge zur Bestrafung des Grafen Edzard von Ostfriesland, seit einiger Zeit Schutzherr der Rüstringer.
Die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg zusammen mit dem Grafen Johann von Oldenburg und weiteren Verbündeten überfielen im Januar 1514 die Wesermarsch. Der Boden und die Gräben waren fest zugefroren und für das große Heer leicht passierbar. Die Geschütze wurden über das Eis gezogen. An der Hartwarder Landwehr hatten die Rüstringer aus Eisblöcken einen hohen Wall errichtet und brachten den feindlichen Vormarsch vorläufig zum Erliegen.
Doch die Angreifer konnten über das Moor und das vereiste Lockfleth den Wall umgehen und, von hinten kommend, die friesischen Bauern vernichtend schlagen. Das letzte Aufgebot der Rüstringer verschanzte sich in der Langwarder Kirche, die aber angesichts der Übermacht des anrückenden Heeres nicht zu verteidigen war.
Die Toten wurden nach der Schlacht an Ort und Stelle in diesem Massengrab beerdigt.

Drückt man am Aufgang des Hügels den Startknopf leitet ein akustischer Rundweg den Besucher zu verschiedenen am Boden liegenden überlebensgroßen Stahlsilhouetten, deren besondere Formen symbolisch auf die Anonymität der Gefallenen verweisen.
Im stimmungsvollen Ambiente des alten Grabhügels schaffen Klangerlebnisse zum Thema Gewalt und Krieg assoziative Bilder. Folgt der Besucher dieser Menschenspur, nähert er sich mit eigenen Empfindungen diesem geschichtsträchtigen Ort.

Diese Installation ist 2008 vom Land Niedersachsen als ,,Best Practice" ausgezeichnet worden.