Wasserweiber

,,Wasserweiber" sind Kreaturen des Wassers und jene Lebewesen, die in Seen, Flüssen und Gewässern auf dem Festland leben. Sagenhafte Erzählungen von jenseitigen oder naturverhafteten "Wasserweibern" stehen für die Begegnung zwischen Kultur und Natur. Das Bild der Frau in Verbindung mit dem Landschaftselement Wasser und den Mythos des Wasserweibes findet man in vielfältigen Variationen und Formen in der Kulturgeschichte. Wasser ist Leben und die Verbindung zur Fruchtbarkeit der Frau liegt nahe.
Die Frau ist der Brunnen, in den der Mann eintaucht. Das Meer und ruhende Gewässer symbolisieren das Mütterliche, während Quellen wiederum für Zeugung und Geburt stehen. Wasserweiber sind als die Große Mutter und als Verkörperung der großen Mutter Natur zugleich gut und furchtbar. In vielen alten europäischen Märchen und Sagen erscheinen sie in ihrer wunderbaren Zwiegestalt und ihrem Doppelwesen.
Sie stehen ebenso für die Gefährdung der Freiheit, der Natur, haben Einfluss auf das Schicksal der Menschen und symbolisieren die Sehnsucht nach Liebe.
Wasserweiber gab es aber auch ganz real im Städtebild ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die "Wasserweiber" holten ihre Ware, das Wasser, von öffentlichen Auslaufbrunnen und transportierten das kostbare Gut bis vor die Wohnungstür, da es Wasserleitungen noch nicht gab. "Wasserweiber", die aus Fässern Wasser zum Verkauf anboten, prägten das Stadtbild.
Heute im Zeitalter der Wasserleitungen sind die Wasserweiber nicht mehr die Wasserträgerinnen sondern sie sind die Wächterinnen dieses Schatzes. Wasser ist das kostbarste Gut der Erde und wir gehen noch immer nicht wachsam genug damit um.

,,Wasserweiber"
glatt wie die Wasserfläche selbst
liegen sie, lauern sie, locken sie,
ihre Haare ein Spiel der windigen Welle.
Sie schwimmen im Spiegelbild des Himmels
unbeirrt spielend mit dem Farbrausch
des blühenden Sommers.
Sie tanzen, verschwommen, stets wachsam
und haben das Ufer nie erklommen.
Mit schwungvoller Linie, würdig,
sind sie die Wächter des Wassers.

Als Küstenmensch hatte ich schon immer Begegnungen mit dem Thema Nixe, Wassermann,Wasserfrau, usw. und speziell in unserer Region mit dem Thema Mettje, der so genannten Grabenhexe. Den kleinen Kindern in unserer grabenreichen Marschgegend wurde und wird erzählt, dass die Mettje im Graben, im Reith und in anderen Wasserflächen lauert, um sie in die Tiefe zu ziehen. Damit wollte man verhindern, dass die Kinder ertrinken. Dieses Thema war die erste Auseinandersetzung mit Wasserfrauen und führte zu der Skulptur Mettje (siehe Standort Nordseelagune-Burhave) .
Es folgte die Idee der schwimmenden Wasserweiber. Eine Spezies, die eher erfreuen soll als erschrecken. Nixen, die nicht negativ besetzt sind, sondern durch ihre Farbigkeit Lebensfreude und Lebenslust symbolisieren, aber auch Wachsamkeit im weitesten Sinne im Umgang mit der Natur.

Im Meer Im See 1
Im See 2 Im See 3
Im See 4 Wasserweiber 1
Wasserweiber Montage Wasserweiber Ausschnitt 3